Vorschau AFI-Barometer

Südtirols Beschäftigte blicken mit Sorge auf ihre Rente und die berufliche Zukunft ihrer Kinder. Zudem drückt die Teuerung spürbar auf den Geldbeutel. „Die steigenden Lebenshaltungskosten werden aktuell als das wichtigste Thema angesehen, mit dem sich Südtirol konfrontiert sieht“, sagt AFI-Direktor Stefan Perini.

Welche sind die größten Ängste, die Südtirols Arbeitnehmende derzeit plagen? Und was sind die Themen, die Südtirol bewegen? Mit diesen Fragen hatte das AFI | Arbeitsförderungsinstitut Südtirols lohnabhängig Beschäftigte bereits im Sommer 2023 – also im Vorfeld der letzten Landtagswahlen – konfrontiert. Nun, bei nahezu Halbzeit der laufenden Legislatur, wurden sie ein weiteres Mal gestellt. So viel sei schon mal verraten: Was die Sorgen angeht, gibt es nur geringfügige Verschiebungen zu 2023, bei den Themen dagegen heute deutlich andere Priorisierungen.

Die „Ängste“ von Südtirols Arbeitnehmenden

Die Hauptsorgen der Südtiroler Arbeitnehmer:innen konzentrieren sich auch 2026 auf zwei Aspekte: die berufliche Zukunft der eigenen Kinder (bzw. der Jugend im Allgemeinen) und die Altersrente. „Beide Aspekte waren auch bereits im Sommer 2023 ganz vorne gereiht“, informiert AFI-Direktor Stefan Perini, „allerdings in umgekehrter Reihenfolge“.

Etwas abgeschlagen folgt eine Vierergruppe weiterer Ängste: Die Sorge, nicht genügend Geld zum Leben zu haben oder in Notlagen keine ausreichende öffentliche Unterstützung zu erhalten. Auch der Wertverlust der eigenen Ersparnisse und die Befürchtung, im fortgeschrittenen Alter dem Berufsalltag nicht mehr gewachsen zu sein, beschäftigen die Menschen. „Dies ist nicht irrelevant“, sagt Perini, „zumal das steigende durchschnittliche Alter der Erwerbstätigen impliziert, dass wir in Zukunft mit immer älteren Belegschaften konfrontiert sein werden. Umso wichtiger ist es, eine hohe Qualität der Arbeitsbedingungen anzustreben, zum Beispiel durch Minimierung der Stressfaktoren, aber auch die eigene Beschäftigungsfähigkeit durch lebensbegleitendes Lernen hochzuhalten.“

Auf den hinteren Plätzen des „Sorgen-Rankings“ rangieren – wie übrigens im Sommer 2023 auch – die Befürchtung, Opfer eines Arbeitsunfalls bzw. arbeitslos zu werden.

Die prioritären Themen für Südtirol

Während bei den persönlichen Ängsten vieles beim Alten blieb, sind die gesellschaftlichen Themen, die für Südtirol als wichtig erachtet werden, heute durchaus anders priorisiert als noch Mitte 2023.

Auf Platz 1 rangiert nun das Thema Inflation und Lebenshaltungskosten, mit einer durchschnittlichen Bewertung von 7,09 (die Skala reicht von 0 – „unbedeutend“ – bis 10 – „extrem bedeutend“). Die hohe Priorisierung lässt sich mit dem aktuellen Konflikt im Iran und den steigenden Inflationsrisiken erklären. Im Sommer 2023 belegte dieser Themenkomplex noch Platz 3.

Etwas abgeschlagen folgt nun eine „Fünfergruppe“. Der Themenkomplex Gesundheit, Sanität, Hausärztemangel ist nach wie vor hoch angesiedelt, aber nicht mehr wie im Sommer 2023 Spitzenreiter. Klima und Umwelt fallen von Platz 2 auf nunmehr Platz 3 zurück. Zu den „Aufsteigern“ zählen drei weitere Themen: Steuern und Bürokratie (+ 3 Plätze gegenüber 2023), Wohnen (+ 4 Plätze) und Kriminalität und Gewalt in den Städten (+ 7 Plätze).

Zwar erzielen auch die übrigen Themen in der Einschätzung hohe Durchschnittswerte, sie rangieren jedoch deutlich hinter den sechs genannten Schwerpunkten. Als klare „Absteiger“ auf der Prioritätenliste der Südtiroler Beschäftigten erweisen sich diesmal zwei Bereiche: Arbeitsmarkt/ Fachkräftemangel sowie Bildung/ Ausbildung.

Pressemitteilung

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Das AFI-Barometer wird viermal im Jahr (Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter) erhoben und gibt das Stimmungsbild der Südtiroler Arbeitnehmerschaft wieder. Die Erhebung erfolgt mittels telefonischer Befragung von 500 Südtiroler Arbeitnehmer:innen und ist repräsentativ für Südtirol.

Das neue Stimmungsbild des AFI-Barometers (Ausgabe Frühjahr 2026) wird im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch, 22. April um 09:30 im Palais Widmann vorgestellt.

Nähere Informationen erteilt AFI-Direktor Stefan Perini (T. 0471 41 88 30, M. 349 833 40 65, ).

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