19.06.2026
Steuererklärungen
Bekanntlich ist der Juni für viele der Monat der Steuererklärungen. Im Jahr 2025 hatten genau 442.035 in Südtirol ansässige Personen dem Fiskus Einkommen in Höhe von insgesamt 13,2 Milliarden € gemeldet. Mit 29.850 € liegt die Provinz Bozen beim durchschnittlich pro Steuerzahler erklärten Einkommen italienweit an zweiter Stelle, gleich hinter der Lombardei. „Auffällig auf der Südtirol-Landkarte sind die erheblichen Einkommensunterschiede zwischen Gemeinden und Bezirken, aus denen sich auch ableiten lässt, in welchem Ausmaß die einzelnen Gebiete zum Steueraufkommen beitragen“, sagt AFI-Direktor Stefan Perini.
Seit nunmehr 10 Jahren analysiert das AFI | Arbeitsförderungsinstitut die vom italienischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen veröffentlichten Daten zu den Einkommenssteuererklärungen. Im Jahr 2025 haben 442.035 in Südtirol ansässige Personen ihre Einkommen aus dem Jahr 2024 gemeldet – in Summe 13,2 Milliarden € bzw. 29.850 € pro Steuerzahler im Schnitt. Im nationalen Vergleich reiht sich Südtirol an die zweite Stelle, hinter der Lombardei (30.200 €). Das durchschnittlich erklärte Einkommen auf gesamtstaatlicher Ebene beträgt 25.820 €.
Landkarte zeigt auffälliges Ost-West-Gefälle
Die Rangordnung der Gemeinden mit dem höchsten durchschnittlichen Gesamteinkommen führt Wolkenstein (35.666 €) an. Es folgen Pfalzen (34.864 €), Bruneck (34.157 €), Vahrn (33.856 €) und Eppan (33.798 €). Die Landeshauptstadt Bozen (31.855 €) verbleibt – nach mehreren Jahren des Zurückfallens – auf Platz achtzehn. An den letzten Stellen der Rangordnung rangiert mit einigem Abstand Laas (16.999 €) vor Taufers im Münstertal (19.076 €), Kastelbell-Tschars (19.736 €), Latsch (20.159 €) und Martell (20.580 €), alles Gemeinden, die sich in der westlichen Landeshälfte befinden. „Diese Unterschiede in der Einkommensverteilung lassen sich vor allem durch die unterschiedliche Wirtschafts- und Beschäftigungsstruktur, die steuerliche Sonderstellung der Landwirtschaft sowie durch das Phänomen der Grenzpendler erklären“, erläutern die Studienautoren Michael Paler und Fabian Hofer.
Wer die Staatskassen klingeln lässt
Die Gemeinden, in denen im Durchschnitt pro Steuerzahlende mehr Nettosteuern abgeführt wurden, sind Wolkenstein in Gröden (9.068 €), Pfalzen (8.492 €), Eppan an der Weinstraße (8.422 €), Vahrn (8.280 €) und Brixen (8.248 €). Die Gemeinden mit der niedrigsten durchschnittlichen Nettosteuer sind hingegen Martell (4.025 €), Taufers im Münstertal (4.180 €), Altrei (4.377 €) und Moos in Passeier (4.448 €).
Anhand der Analyse der Steuereinnahmen in den einzelnen Bezirken, lässt sich feststellen, dass die Stadt Bozen, die von allen Bezirken am zweitmeisten Steuerzahler hat, mehr als ein Fünftel (21,1%) des gesamten Steueraufkommens abführt. Auf Bozen folgen das Burggrafenamt (18,5%) und das Pustertal (16,4%).
Die Gebiete, die am wenigsten zu den Staatskassen beitragen, sind zweifellos der Vinschgau (5,1 %) und das Wipptal (3,7 %), da sie unter allen Bezirksgemeinschaften auch die geringste Anzahl an Steuerzahlenden aufweisen.
Im 10-Jahres-Vergleich: Die Aufsteiger und die Absteiger
Wie erwähnt, führt das AFI seit genau 10 Jahren Analysen auf Grundlage der vom italienischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen veröffentlichten Daten zu den Steuererklärungen durch. Dies ermöglicht erstmals einen Vergleich der durchschnittlichen Einkommen pro Steuerzahlenden und Gemeinde über ein ganzes Jahrzehnt hinweg. Von besonderem Interesse ist dabei, welche Gemeinden im Ranking Plätze gutgemacht haben und welche zurückgefallen sind.
Unter den Gemeinden, die in Bezug auf das durchschnittliche Einkommen pro Steuerzahlendem aufgestiegen sind, stechen hervor: Enneberg (+44 Positionen, von Rang 66 auf 22), Sexten (+40, von 69 auf 29), Natz-Schabs (+26, von 84 auf 58), Kastelruth (+24, von 43 auf 19) und Laurein (+24, von 110 auf 86).
Zu den Gemeinden, die im Ranking zurückgefallen sind, zählen hingegen Prags (-40 Positionen, von 15 auf 55), Niederdorf (-33, von 44 auf 77), Schnals (-28, von 77 auf 105), Toblach (-25, von 41 auf 66), Glurns (-23, von 85 auf 108) und Meran (-23, von 10 auf 33).